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Donnerstag, den 22. März 2012 um 09:32 Uhr

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Jahreslosung und Neujahrsgruss
Donnerstag, den 05. Januar 2012 um 10:09 Uhr

 

Zur Jahreslosung 2012:

Jesus Christus spricht: Meine Kraft ist in den Schwachen mächtig.

2. Korinther 12,9

 

Liebe Gemeinde, liebe Leserinnen und Leser!

Ein guter Satz, der uns für das Jahr 2012 ausgewählt wurde. Er gibt Stoff zum Nachdenken ohne Ende. Denn es ist eine widersprüchliche Aussage, die hier vorgenommen wird. Kraft ist das Gegenteil von Schwäche. Wer schwach ist,  hat keine Kraft mehr oder nur noch ganz wenig. Das ist unsere normale Erfahrung. Aber im Laufe des Lebens entdecken wir, das unser Leben tatsächlich widersprüchlich ist. Menschen, die stark wirken und von sich auch meinen stark zu sein, erweisen sich in bestimmten Situationen als schwach und hilflos. Andererseits staunen wir, was Menschen manchmal zuwege bringen, denen wir das überhaupt nicht zugetraut hätten.  Das Märchen von den Bremer Stadtmusikanten erzählt das auf eine erfrischende Art.

Jesus hat immer wieder Partei ergriffen für die sogenannten Schwachen: für Kinder, Frauen, Unterdrückte, Kranke, Traurige, Alte, Arme  und die moralisch Schwachen: die Sünder. Jesus zeigt uns, dass Gott sich überraschend auf die Seite der Schwachen stellt. Deshalb sind sie doch stark, wenn auch auf eine ganz andere Art. Ihre Kraft ist Gottes Kraft.

Diese Aussage verändert vielleicht unsere Vorstellung vom Allmächtigen Gott. Seine Kraft ist die der kleinen Blume, die sich durch den bröckelnden Asphalt hindurch aufrichtet. Gottes Kraft ist die Kraft der Kranken und Sterbenden, die Kraft der kleinen Kinder, die Kraft der Liebe und der Versöhnung.

Ich wünsche Ihnen, daß Sie diese Kraft Gottes in Ihrem Leben entdecken. In ihr liegt sehr viel Hoffnung, die wir im neuen Jahr gut gebrauchen können.

Ihr Pfarrer Martin Heinke  

 

 
Leitartikel Michaelisbote I/2012
Mittwoch, den 09. November 2011 um 10:51 Uhr

 "Ich habe dich einen kleinen Augenblick verlassen, aber mit großer Barmherzigkeit will ich dich sammeln."

(Monatslosung Dez. Jes. 54, 7)

 

Ich sitze im Büro und spreche mit Taufeltern über den Taufvers. Möchten sie sich den Taufvers selber aussuchen?", frage ich. Sehr oft suchen sich Eltern folgenden Vers aus: "Denn er hat seinen Engeln befohlen, dass sie dich behüten…" Sie wollen für ihr Kind Schutz und Hilfe. Sie wünschen sich für sich Gutes von Gott. Das ist auch verständlich. Schnell kommen wir darauf zu sprechen, wer Gott für uns ist. Gott als große Schutzinstanz. Gott als Tröster und Beistand in der Not. Wie schön passt da ein Vers aus dem Kapitel unserer Monatslosung: "Denn es sollen wohl Berge weichen und Hügel hinfallen, aber meine Gnade soll nicht von dir weichen ... " Gott bleibt treu und schenkt den Bund des Friedens. Ein solcher Vers könnte auch gut ein Taufvers sein, doch wenn man auf den Zusammenhang schaut, dann bleibt es nicht bei dem Bild eines "Schutzgottes", den man wie einen Feuerwehrmann holen kann, wenn man ihn braucht, aber sonst nichts mit ihm zu tun haben will. Bevor Gott diesen wunderbaren Vers an sein Volk richtet, hat er sie zunächst für einige Jahrzehnte in die Verbannung geschickt. Das Volk hatte sich nicht mehr um ihren Gott gekümmert, stattdessen Religionsvermischung betrieben und sich das aus anderen Kulturen und Religionen heraus-gesucht, was ihnen gut schien. Gott hatte einige Male auf diese Fehlentwicklung hingewiesen, Kon-sequenzen angedroht und dann als nichts geschah auch umgesetzt. Feinde waren ins Land gekommen, hatten getötet und verschleppt.

Gott hatte sein Volk spüren lassen, was die Nichtbeachtung seiner Person bedeutet. Gott musste hart durchgreifen, musste strafen, damit Israel zur Besinnung kommt. Haben wir so ein weites Herz für Gott, dass wir es ihm "erlauben", auch einmal hart mit uns zu sein? Darf Gott uns auch einmal in die Irre gehen lassen? Darf er der Freie und Souveräne sein oder erwarten wir, dass Gott sich so verhält, wie wir es uns am liebsten wünschen? Ich befürchte, dass auch wir heute in der Gefahr stehen, uns die Rosinen des Glaubens herauszupicken, uns Gott nach unseren eigenen Wünschen zurechtzustutzen und nicht danach fragen, wer er wirklich ist. Doch ein Gott der so ist, wie wir ihn uns wünschen, ist ein Götze. In der Geburt Jesu kommt uns Gott auf unnachahmliche Weise und von keinem Menschen erwartet ent-gegen, um unser Herz zu gewinnen, aber auch um deutlich zu machen, dass er nicht danach fragt, wie wir ihn gerne hätten. Nein, Gott ist vielfach so ganz anders. Und das ist auch gut so.  

 

Pfr. Lars Reinhardt 

 

 

 
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