|
Zur Jahreslosung 2012:
Jesus Christus spricht: Meine Kraft ist in den Schwachen mächtig.
2. Korinther 12,9
Liebe Gemeinde, liebe Leserinnen und Leser!
Ein guter Satz, der uns für das Jahr 2012 ausgewählt wurde. Er gibt Stoff zum Nachdenken ohne Ende. Denn es ist eine widersprüchliche Aussage, die hier vorgenommen wird. Kraft ist das Gegenteil von Schwäche. Wer schwach ist, hat keine Kraft mehr oder nur noch ganz wenig. Das ist unsere normale Erfahrung. Aber im Laufe des Lebens entdecken wir, das unser Leben tatsächlich widersprüchlich ist. Menschen, die stark wirken und von sich auch meinen stark zu sein, erweisen sich in bestimmten Situationen als schwach und hilflos. Andererseits staunen wir, was Menschen manchmal zuwege bringen, denen wir das überhaupt nicht zugetraut hätten. Das Märchen von den Bremer Stadtmusikanten erzählt das auf eine erfrischende Art.
Jesus hat immer wieder Partei ergriffen für die sogenannten Schwachen: für Kinder, Frauen, Unterdrückte, Kranke, Traurige, Alte, Arme und die moralisch Schwachen: die Sünder. Jesus zeigt uns, dass Gott sich überraschend auf die Seite der Schwachen stellt. Deshalb sind sie doch stark, wenn auch auf eine ganz andere Art. Ihre Kraft ist Gottes Kraft.
Diese Aussage verändert vielleicht unsere Vorstellung vom Allmächtigen Gott. Seine Kraft ist die der kleinen Blume, die sich durch den bröckelnden Asphalt hindurch aufrichtet. Gottes Kraft ist die Kraft der Kranken und Sterbenden, die Kraft der kleinen Kinder, die Kraft der Liebe und der Versöhnung.
Ich wünsche Ihnen, daß Sie diese Kraft Gottes in Ihrem Leben entdecken. In ihr liegt sehr viel Hoffnung, die wir im neuen Jahr gut gebrauchen können.
Ihr Pfarrer Martin Heinke
|