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Liebe Gemeinden, wir stehen beim Metzger im Laden. Eine junge Frau mit ihrem kleinen Kind wird gerade bedient. Als sie alles hat und bezahlt, reicht der freundliche Metzger dem Kind eine dünne zusammengerollte Scheibe Fleischwurst. „Bitte schön“, lächelt er zum Kind hinunter. Alle Blicke im Laden sind auf das Kind gerichtet und eine merkwürdige Stille kommt auf. Die Mutter schiebt ihr Kind näher zur Theke und sagt lang gezogen: Naaaaa....?! Das Kind ergreift die Fleischwurst und flüstert: „Danke!“. Alle im Laden atmen auf. Der Metzger lächelt zufrieden und die Mutter ist glücklich. Es hat mal wieder funktioniert. Das Bitte- und Dankesagen gehört inzwischen wieder zu den Grundpfeilern der Höflichkeit in unserer Gesellschaft. Überhaupt sind jetzt Benimmregeln und Umgangsformen wieder gefragt. Im größten Erfurter Buchladen liegen sie im Regal eines neben dem anderen, für den Mann, für die Frau, für die verschiedensten gesellschaftlichen Ereignisse und Anlässe. Das es nicht egal ist, wie wir miteinander umgehen, wie wir uns verhalten und wie wir zueinander stehen, kann man auch erfahren, wenn man zur Bibel greift. „So seht nun sorgfältig darauf, wie ihr euer Leben führt.... und sagt Dank Gott, dem Vater, allezeit für alles.“ So steht es im Epheserbrief. Dankbare Menschen wissen, dass vieles im Leben nicht selbstverständlich ist. Gerade das Erntedankfest, das wir jetzt im Oktober wieder feiern, erinnert uns daran. „Danke“ zu sagen, nicht nur wir Menschen untereinander, sondern auch zu Gott als Geber aller Gaben, stellt uns in einen größeren Lebenszusammenhang und gibt unserem Herzen eine wohltuende Weite. Und so können wir sprechen: „Danke, Gott, für die Ernte auf den Feldern, für das tägliche Brot und auch für die Scheibe Fleischwurst vom Metzger.“ Ihre Pastorin Ulrike Weber
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